WENN ALLES NACH PLAN LäUFT,
SOLLTEN SIE MISSTRAUISCH WERDEN.

Warum sollten Sie über den Einsatz neuer Technologien nachdenken, wenn Ihr Geschäftsmodell funktioniert, Ihre Kunden loyal sind und Ihre Produkte sich gut verkaufen? Weil in irgendeinem Loft, einem Hinterhof oder einer Garage intelligente und erfolgshungrige junge Gründer genau das tun. Sie stellen Gelerntes, Bewährtes und Etabliertes in Frage.

Warum soll man noch in Geschäfte gehen, um CDs zu kaufen, wenn es im Internet Musik als Download oder Stream gibt? Warum noch die Luft mit Abgasen verpesten, wenn man auch emissionsfrei Auto fahren kann? Warum noch Hotelzimmer reservieren, wenn man weltweit auch in privaten Wohnungen und Häusern willkommen ist?

Warum noch … ? Die Liste ließe sich endlos fortsetzen, denn die Digitalisierung macht vor keiner Branche halt. Auch nicht vor Ihrer. Vielleicht haben Sie es nur noch nicht bemerkt oder denken, es ginge vorbei wie ein Schnupfen. Das wäre ein verhängnisvoller Irrtum.

Und nun sollen Sie vor diesem Hintergrund Investitionsvorschläge bewerten. Nach welchen Kriterien? Kosten und Erlöse spielen eine wichtige Rolle. Dazu die Frage, ob das neue Produkt oder die neue Dienstleistung den Wünschen der bestehenden Kunden in einem Maße entspricht, dass das Geschäft mit ihnen ausgebaut und abgesichert werden kann.

Wer so vorgeht – und es gibt gute Gründe dafür, denn Manager werden überwiegend danach beurteilt, ob das Unternehmen wächst – wird disruptiven Technologien nur in Ausnahmefällen eine Chance geben. Ihre potenziellen Erträge lassen sich nur schwer abschätzen, da Sie nicht vorhersehen können, ob sich „das Neue“ durchsetzen wird.

Noch ist es nicht zu spät

Nur in sichere und etablierte Märkte zu investieren, kann sich aber als folgenschwerer Fehler erweisen. Die Entwickler und Anbieter disruptiver Technologien haben eine andere Agenda: Ihr Ziel ist es nicht, die Wünsche der Kunden von heute zu erfüllen, sie wollen mit neuen Leistungsmerkmalen neue Märkte erschließen. Spotify, Tesla und Airbnb sind drei der erfolgreichsten Beispiele.

Daten von Standard & Poor’s zeigen, dass die durchschnittliche Lebensdauer eines Unternehmens 1958 bei 61 Jahren lag. 1980 hatte sich dieser Wert mit 25 Jahren schon mehr als halbiert und 2011 waren es nur noch 18 Jahre. Schreitet die Entwicklung in diesem Tempo voran, werden von den 500 bei Standard & Poor’s erfassten Unternehmen in zwölf Jahren 75 Prozent verschwunden sein.

Höchste Zeit also, sich damit zu befassen, wie digitale Technologien die eigenen Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle verändern. Werden Sie misstrauisch, stellen Sie sich selbst in Frage und wagen Sie Neues!

Herzlichst
Ihr Michael Arpe