BROOM E5:
ZURüCK IN DIE DENKFABRIK

In Kiel ist mittlerweile der Herbst eingezogen. Für unser BROOM-Entwicklungsteam geht ein ereignisreicher Sommer 2016 zu Ende. Die Projektverantwortlichen Nils Bürkner und Rick Jensen blicken zurück: Die dritte Version des Prototyps „E5“ wurde in diesem Jahr ausgiebig auf Herz und Nieren geprüft. Erstmalig wurden die Elektrofahrzeuge der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Zahlreiche Testfahrer sind auf den BROOM gestiegen, haben unzählige Runden gedreht und uns reichlich mit Feedback versorgt. Nils und Rick berichten.

Welche Wünsche und Erwartungen hattet ihr zu Beginn der Testphase an den Prototyp?

Rick: Unser Ziel nach der Fertigstellung der insgesamt drei Prototypen war es, die Fahreigenschaften des BROOMs zu prüfen. Wir wollten weitergehende Erfahrungen mit dem Gefährt sammeln und erleben, wie unser entwickeltes Fahrzeugkonzept in der Praxis funktioniert.

Nils: Wichtige Hinweise zur Praxistauglichkeit lieferte uns auch die Zulassung der BROOMs beim TÜV. Hier erhielten wir wertvolle Unterstützung, damit aus unserem Konzept ein verkehrstaugliches Fahrzeug wurde. Natürlich mussten wir ein paar Hürden überwinden. Wir melden nicht jeden Tag ein noch nie dagewesenes Fahrzeug an. Aber jetzt ist der BROOM offiziell TÜV-geprüft und hat eine Sonderzulassung für Erprobungsfahrten erhalten.

Wie haben die Menschen reagiert, als sie den BROOM erstmalig in Aktion gesehen haben?

Rick: Zunächst muss man sagen, dass der BROOM ein echter Eyecatcher ist. Die Leute bleiben stehen, sprechen uns an und wollen ihn ausprobieren. Das Interesse ist einfach riesig!

Nils (lacht): Ich bin vor kurzem mit dem BROOM zu einem Kieler Surfshop gefahren. Plötzlich kam ein Kunde aus dem gegenüberliegenden Café hinein und rief quer durch den Laden: „Wem gehört denn dieser heiße Chopper vor der Tür?“. Mit einem Lachen erklärte ich ihm, dass es sich beim sogenannten Chopper um unseren BROOM handeln würde. Sofort war er auch bei allen anderen Kunden im Shop Thema Nummer eins.

Rick: Diese Erfahrung machen wir überall: Der BROOM zieht sehr viel Aufmerksamkeit auf sich und will ausprobiert werden.

Nils und Rick

Nils und Rick (von links) resümieren den ereignisreichen Sommer.

Diese Erprobungsfahrten wurden auf privatem Gelände zur Kieler Woche und auf dem BarCamp in Kiel von vielen Testfahrern durchgeführt. Wie fiel das Feedback aus?

Rick: Die Probefahrten während der Kieler Woche und sechs Wochen später beim BarCamp haben uns gezeigt, dass jeder, unabhängig von Körpergröße oder -gewicht, den BROOM fahren kann. Dieses besondere Fahrgefühl im Stehen wird dank der Lenkstange für jedermann zugänglich gemacht. Üblicherweise kennt man diese Körperhaltung nur vom Boardsport.

Nils: Allerdings kann man dank der drei anpassbaren Geschwindigkeitsstufen bis maximal 20 km/h selbst entscheiden, wie schnell man beschleunigen und fahren möchte. Das ist auch ein großer Sicherheitsfaktor, weil sich „BROOM-Fahranfänger“ sicherer fühlen, wenn sie in der ersten Stufe fahren, anstatt gleich die dritte Stufe mit den möglichen 20 km/h zu wählen. Das Feedback der unterschiedlichen Testfahrer hat uns darin bestätigt, dass es das Fahrzeug in Zukunft auch mit variablem Funktionsumfang geben könnte. Eingebaute Features könnten sich dann je nach Kundenwunsch anpassen.

Rick: Noch ein Vorteil ist die aufrechte Körperhaltung beim Fahren. Viele Testfahrer gaben an, dass diese Fahrposition ergonomisch hohen Komfort bietet, auch wegen der Stabilität: Das Fahrzeug selbst steht wegen seiner drei Räder immer stabil und sorgt damit für einen angenehmen Auf- und Abstieg. In Zukunft soll auch der Akku anders platziert werden, sodass es zusätzlich eine Ladefläche für Gepäck oder Einkäufe geben wird. Das gaben viele Testfahrer als Wunsch an. Dem Wocheneinkauf inklusive Getränkekiste mit dem BROOM steht also nichts mehr im Weg.

Was macht ihr nun mit euren Erkenntnissen aus der Testphase?

Rick: Mit den Probefahrten haben wir die Frage überprüft, ob das Konzept des aufrechten Fahrens überhaupt funktioniert. Das Ergebnis sagt eindeutig „ja“. Unser Ziel, das Fahrzeug dem Fahrer anzupassen, konnten wir definitiv erfüllen. In der Testphase haben wir technischen und nutzerbasierte Anforderungen an den BROOM gesammelt. Wir sind nun dabei, die Ergebnisse zu analysieren, um daraus neue Ziele zu definieren.

Nils: Alles ist möglich. Der Prozess ist noch lange nicht abgeschlossen. „BROOM“ steht für uns nicht ausschließlich für ein Fahrzeug, sondern vielmehr für die Vision eines neuen Elektromobilitätkonzeptes.

Rick: Wir sind gespannt, wohin uns diese Vision führen wird. Die Testphase 2016 war auf jeden Fall ein voller Erfolg! Lasst euch überraschen, was für ein BROOM im kommenden Frühjahr aus der Denkfabrik herausrollen wird. Stay tuned!

Vielen Dank für das Gespräch!