CSR:
NACHHALTIG ERFOLGREICH

Wenn die vier Spitzenorganisationen der deutschen Wirtschaft – BDA, BDI, DIHK und ZDH – sich gemeinsam für ein Thema stark machen, meinen sie es ernst. Das Thema heißt Corporate Social Responsibility (CSR). Um ihre Mitglieder zu unterstützen, das Konzept der nachhaltigen Entwicklung zu verwirklichen, haben die Verbände eigens eine entsprechende Initiative gegründet.

Von Unternehmen wird heute nicht nur erwartet, dass sie sich zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bekennen, sie müssen auch nachweisen, wie sie ihr gerecht werden. Corporate Social Responsibility ist kein Managementkonzept, sondern eine Leitidee für ein nachhaltiges Geschäftsmodell: umweltverträglich, ethisch und sozial verantwortlich, ökonomisch erfolgreich.

Bei CSR geht es nicht darum, wie Unternehmen ihre Gewinne verwenden. Der Fokus liegt vielmehr darauf, wie die Gewinne entlang der gesamten Wertschöpfungskette erwirtschaftet werden.

Die Logistik der Otto Group

Bis zum Jahr 2020 wollen die Konzernunternehmen ihre CO2-Emissionen um 50 % reduzieren. Für die Logistik ist das eine besondere Herausforderung, denn die Unternehmensgruppe hat mehr als eine Million Artikel im Angebot, die weltweit eingekauft und ausgeliefert werden. Das sind jährlich 100.000 Tonnen Ware und 120 Millionen Sendungen.

Eine detaillierte Analyse der Wertschöpfungsketten zeigte, dass in der Beschaffungslogistik bei der Luftfracht die größten CO2-Einsparungen möglich sind. Bis 2020 soll der Luftfrachtanteil deshalb halbiert werden. Bei der Auslieferung konnten durch den Einsatz eines neuen Navigationssystems die Wege verkürzt werden. Das Ergebnis: Eine Einsparung von mehr als einer Million Fahrtkilometer pro Jahr. Eine Optimierung der Kartongrößen erbrachte zudem eine Reduzierung des Transportvolumens um 500 Lkw-Ladungen jährlich.

Eine weitere, bemerkenswerte Maßnahme: Einzelne Konzernbereiche erhalten CO2-Budgets, die sie einhalten müssen.

Siemens plant CO2-neutralen Geschäftsbetrieb

Der Münchener Konzern will auf andere Weise Maßstäbe setzen: Basierend auf den Werten des Geschäftsjahres 2014 soll der globale Fußabdruck der eigenen Betriebe bis 2020 halbiert und bis 2030 auf Null reduziert werden.

Um das zu erreichen, sollen zunächst 100 Millionen Euro in die Energieeffizienz der eigenen Standorte investiert werden. An vielen Standorten plant man zudem den Einsatz von Wind- und Gasturbinen, Solaranlagen, Energie-Managementsystemen und Energiespeichern zur regenerativen Energieerzeugung und -versorgung. Das Werk in Sacramento, Kalifornien, erzeugt bereits 80 % des benötigten Stroms über eine eigene Photovoltaikanlage.

CDP: Nachhaltigkeit durch Nachfragen

Rund 5.000 Unternehmen in der ganzen Welt erhalten jährlich einen Fragebogen, in dem sie um detaillierte Selbstauskunft gebeten werden. Wie hoch ihre CO2-Emissionen sind, wie viel Wasser sie verbrauchen und welche Strategien sie entwickelt haben, um mit den Folgen des Klimawandels, der Trinkwasser-Verknappung und der Abholzung von Wäldern umzugehen.

Absender der Fragebögen ist die CDP, eine Non-Profit-Organisation in London. CDP wurde von über 800 institutionellen Investoren gegründet, die Vermögenswerte von rund 86 Billionen Euro verwalten. Die Investoren wollen einerseits ihre langfristigen Kapitalanlagen schützen, andererseits erfahren, welchen Klimarisiken mögliche zukünftige Beteiligungen ausgesetzt sind.

Wer nicht nachhaltig wirtschaftet, muss mit Konsequenzen rechnen. Der norwegische Pensionsfonds, der mit einem Vermögen von 830 Milliarden Dollar als größter Staatsfonds der Welt gilt, hat gerade erst 11 Unternehmen aus seinem Beteiligungsportfolio gestrichen: Palmölkonzerne, die in Indonesien Tropenwälder und Torfböden abbrennen, Papierhersteller, die Primärwald abholzen, um Akazien zu pflanzen sowie eine Kohlemine.

Unternehmen und Investoren gehen mit gutem Beispiel voran

Die Beispiele zeigen, dass Unternehmen und Investoren ihre gesellschaftliche Verantwortung ernst nehmen und Fakten schaffen – im Gegensatz zu vielen Regierungen, die auf internationalen Konferenzen schon die Vereinbarung von Minimalzielen als große Erfolge feiern.

Unternehmen und Investoren bestätigen damit, was der Theologe, Nationalökonom und Sozialphilosoph Oswald von Nell-Breuning schon vor Jahren hervorhob: „Zwischen ethisch akzeptablem Verhalten und profitablem Wirtschaften besteht keine Entweder-Oder-Beziehung.“

Was wir bei ma design unternehmen, um unseren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, lesen Sie im nächsten Quergedacht-Artikel.

Herzliche Grüße
Ihr Michael Arpe