DER WERT UNSERES DENKENS:
ANALYSE

„Welche Aufgaben haben Manager? Sie müssen sich um die Märkte von morgen kümmern, nicht um die von gestern.“ Das schrieb der 2010 verstorbene C. K. Prahalad, einer der einflussreichsten Management-Theoretiker und Professor für Unternehmensstrategie an der Universität Michigan, bereits 1995 in einem Aufsatz.

Unternehmenslenker sollten sich mit den folgenden Fragen beschäftigen: „Wo soll die Firma in zehn Jahren stehen? Wie verändern sich Markt und Kundenwünsche? Welche Branchenspielregeln werden obsolet? Wie kommen wir in eine Führungsrolle? Wie können wir mehr aus unseren Kernkompetenzen machen, als bestehende Produktlinien weiter zu entwickeln? Und vor allem: Wie bestimmen wir die Gesetzmäßigkeiten unserer Branche, anstatt nur auf sie zu reagieren?“

Diese Fragen haben auch nach 22 Jahren nichts von ihrer Gültigkeit verloren.
Im Gegenteil, angesichts der digitalen Transformation der Wirtschaft erscheinen sie aktueller denn je. Um Antworten darauf zu finden, muss man genau so vorgehen wie 1995.

Was sollte analysiert werden?

Im Idealfall alles, was für den (langfristigen) Erfolg des Unternehmens, des Geschäftsmodells oder des Produktes zurzeit relevant ist und was zukünftig bedeutsam werden könnte:

  • Entwicklung von Märkten, Marktsegmenten und Rahmenbedingungen
  • Stärken und Schwächen aktueller und potenzieller Wettbewerber
  • Ausrichtung strategischer Partner
  • Ansichten bestehender, ehemaliger und potenzieller Kunden
  • Bewertung durch die Endnutzer
  • Bedeutung von Vertriebspartnern und -kanälen
  • Einfluss von Multiplikatoren (Medien, Analysten, Verbände)

Große Bedeutung hat auch das Urteil der eigenen Mitarbeiter: Wie sehen und erleben sie das Unternehmen und seine Werte? Bestimmen „Silodenken“ und interne Konkurrenz den Alltag oder arbeitet man abteilungsübergreifend zusammen, um gemeinsame Ziele zu erreichen?

Was macht die Qualität einer Analyse aus?

Eine gute Analyse zeichnet sich dadurch aus, dass sie unvoreingenommen erfolgt, nichts ausklammert – „heilige Kühe“ darf es nicht geben – und das sie objektiv in der Darstellung der Ergebnisse ist.

Bei Interviews ist es wichtig, dass der Fragesteller keine vorgefassten Meinungen hat und bereit ist, genau zuzuhören und zu beobachten – insbesondere bei Gesprächen am Arbeitsplatz mit den Endnutzern eines Produktes. Wenn beide Seiten offen miteinander umgehen, können die wichtigen und richtigen Fragen gestellt werden, um Ursachen und Wirkungen zu erkennen und zu unterscheiden.

„Tatsachen hören nicht auf zu existieren, wenn man sie verdrängt.“

Aldous Huxley

Der Aufwand lohnt sich!

Das Entscheidende für uns ist, dass am Ende einer Analyse alle Beteiligten in der Bewertung des Ist-Zustandes übereinstimmen, offen und konstruktiv miteinander kommunizieren und über alle Abteilungsgrenzen hinweg ein gemeinsames Verständnis für die „Baustellen“ entwickeln. Unser Ziel ist es, mit einer intensiven Analyse eine gemeinsame Basis zu schaffen und ein möglicherweise vorhandenes Gegeneinander in ein Miteinander zu transformieren. Erst wenn die Energie aller Beteiligten auf das Erreichen gemeinsamer Ziele ausgerichtet ist, können wegweisende Entscheidungen vorbereitet und umgesetzt werden.

C. K. Prahalad sagte in seinem Aufsatz dazu: „Jede Firma, egal ob groß oder klein, hat die Möglichkeit, den Kurs ihrer Branche zu bestimmen. Wer weiß, wohin er steuert, und die intellektuelle Führerschaft übernimmt, kann immer die Spielregeln zu seinem Vorteil verändern.“

Herzliche Grüße
Ihr Michael Arpe