MOBILE WELT

Kaum ein Prozessmusterwechsel hat die Welt so stark verändert, wie die Einführung des iPhones im Jahr 2007. Das Netz wurde mobil und zu einem integralen Bestandteil unseres Privat- und Berufslebens. Zu verdanken haben wir das einigen Apple-Fans, die das erste iPhone hackten. Ursprünglich wollte Apple alle Apps selbst entwickeln bzw. von engen Partnern entwickeln lassen.
Als Steve Jobs jedoch die Kreativität der Hacker erkannte, änderte er das Geschäftsmodell. Mit dem Software Developer Kit ermöglichte er externen Entwicklern den Zugriff auf viele Funktionen des Gerätes. Zusätzlich öffnete er den App Store für Fremdanbieter und löste damit einen Boom aus.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden Ende Juni 2016 in Apples App Store ca. 2 Millionen Apps angeboten, im Google Play Store waren es sogar rund 2,25 Millionen. Dank der Möglichkeit, für fast jede Idee eine App entwickeln zu können, sind Smartphones weltweit zu einem der wichtigsten Innovationstreiber geworden.

ÖPNV auf neuen Wegen

Fahrkarten für Busse und U-Bahnen kann man in Hamburg schon seit längerem auf sein Smartphone herunterladen. Solange man sich mit den verschiedenen Tarifzonen auskennt, läuft man nicht Gefahr, zu viel zu bezahlen. Ab 2017 soll es noch einfacher und bequemer werden. Fahrgäste sollen sich per Smartphone beim Hamburger Verkehrsverbund anmelden, bevor sie Bus oder Bahn benutzen. Am Ende des Tages werden ihre Fahrten dann automatisch über den günstigsten Tarif abgerechnet.

Die Nahverkehrsbetriebe in Frankfurt und München arbeiten an einer Lösung, die die Menschen nicht nur von Haltestelle zu Haltestelle bringt, sondern von Tür zu Tür und dabei das Mieten von Fahrrädern oder Autos einbezieht.

Innovative Finanzdienstleistungen

Da Telekommunikationsunternehmen mit DSL- und Handyverträgen immer weniger Geld verdienen, suchen sie nach neuen Geschäftsmodellen. Der Mobilfunkkonzern Telefonica ist im Bankenbereich fündig geworden und will das Smartphone zum vollwertigen, mobilen Bankkonto machen. Von der Kontoeröffnung über die Einrichtung von Daueraufträgen bis zur Überprüfung von Kreditkartenzahlungen – alles soll sich mit dem Smartphone erledigen lassen. Wer sein Konto als Gehaltskonto nutzt, soll sogar Zinsen bekommen – in Form von Megabytes als zusätzliches Internet-Datenvolumen. Auch Überweisungen sollen einfacher werden: Nutzen Auftraggeber und Empfänger beide die neue App, soll die Mobilfunknummer des Empfängers im persönlichen Adressbuch ausreichen. Die Eingabe der IBAN-Nummer sei nicht mehr erforderlich.

Apple plant ebenfalls, seinen Bezahldienst Apple Pay so auszuweiten, dass Nutzer nicht nur ihre Einkäufe bezahlen können, sondern mit ihrem iPhone oder ihrer Apple Watch auch Geld an andere Personen überweisen können.

Auch Versicherungen werden ihre Produkte und Vertriebswege überprüfen müssen, denn laut einer aktuellen Umfrage können sich immer mehr Verbraucher vorstellen, Policen per Smartphone abzuschließen. Als besonders interessant wurden Versicherungen für einen einzigen Tag bewertet, z.B. eine Hochzeitsversicherung oder für eine Abfahrt mit dem Snowboard.

Urlaubsbuchung per Chatroboter

An Reise- und Buchungsportalen besteht eigentlich kein Mangel. Trotzdem hat die KAYAK Software Corporation ein Angebot entwickelt, das einen neuen Kundennutzen bietet. Es ist ein Chatroboter, der Reisen sucht, findet, bucht und verwaltet. Kunden sollen ihre Fragen in ihr Smartphone tippen und der Computer antwortet. Beispielsweise, wann am nächsten Wochenende von Hamburg aus der günstigste Flug nach New York abhebt, welches Vier-Sterne-Hotel in Rom in der Nähe des Kolosseums liegt oder wohin man in Europa für 500 Euro reisen kann. Für die Antworten nutzt der Chatroboter den Kurznachrichten-Messenger von Facebook, den Millionen von Nutzern bereits auf ihren Smartphones installiert haben.

Das Universalwerkzeug des 21. Jahrhunderts

Die Soziologin Sherry Turkle, die am MIT in Boston lehrt, hat kürzlich in einem Buch geschrieben, dass es die Absolventen der amerikanischen Eliteuniversitäten nicht mehr an die Wall Street zieht. Vor 20 Jahren seien Investmentbanken wie Goldman Sachs oder Morgan Stanley noch die begehrtesten Arbeitgeber gewesen, heute gäbe es die „hottest jobs“ bei den „social media companies.“

Hier wird ein weltweiter Trend deutlich: Die Zukunft des Internets und seiner Möglichkeiten liegt in der mobilen Nutzung. Auch in unserer Arbeit bei ma design gewinnt die Entwicklung von Apps zunehmend an Bedeutung – nicht nur im B2C sondern auch im B2B.

Im Consumer-Bereich entwickeln wir in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit der BSH Hausgeräte GmbH eine App, die die Vision eines vernetzten und intelligenten Haushalts Realität werden lässt. Mit Home Connect lassen sich Hausgeräte markenübergreifend anhand eines zentralen Bedienelementes sowie eines modernen und konsistenten Interaktionsmusters per Smartphone und Tablet von überall aus steuern und überwachen.

Mit der Gas Detection Trainings App, die wir für unseren Kunden Dräger entwickelt haben, können Mitarbeiter von Feuerwehren und Grubenwehren den richtigen Umgang mit allen Dräger Gasmessgeräten realitätsnah trainieren. Dabei ist der Wechsel zwischen unterschiedlichen Anwendungsfällen jederzeit leicht umsetzbar und keiner der beteiligten Nutzer muss sich einer Gesundheitsgefährdung durch eine reale Gasbelastung aussetzen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Das Smartphone ist unser ständiger Begleiter geworden und entwickelt sich dank einer ständig wachsenden Zahl innovativer Anwendungen zum Universalwerkzeug des 21. Jahrhunderts. Victor Hugo sagte dazu: „Keine Armee der Welt kann eine Idee aufhalten, deren Zeit gekommen ist.“

Herzliche Grüße
Ihr Michael Arpe