NANOTECHNOLOGIE

Stellen Sie sich vor: Sie verschütten den Coffee to go auf Ihrer Kleidung und trotzdem ist weit und breit kein Fleck in Sicht. Am Strand cremen Sie sich mit einer Sonnencreme ein, die nicht verläuft und die Ihre Haut hochwirksam gegen UV-B und UV-A-Strahlung schützt. Am Horizont sehen Sie Schiffe, deren Rümpfe ohne Einsatz von Bioziden über Jahre auf den Weltmeeren frei von Algen- und Muschelbefall bleiben und somit wesentlich wirtschaftlicher und umweltschonender fahren.

Diese weit gefächerten Beispiele sind keine Utopien, sondern zeigen eindrucksvoll, wie der Einsatz von Nanotechnologie unser Leben schon jetzt beeinflusst und auch zukünftig positiv beeinflussen kann.

Faszination Kleinstpartikel

In der Medizintechnik werden die Einsatzmöglichkeiten nicht selten als Revolution bezeichnet: Schon heute ist eine präventivere Diagnostik von Krankheiten möglich. Selbst ein effizienterer Kampf gegen Krebs soll zukünftig durch die zielgerichtete Behandlung betroffener Zellen und die Wiederherstellung von geschädigtem Gewebe Realität werden.

Die Macht dieser bahnbrechenden Innovationen liegt in den Kleinstpartikeln: Im Nanobereich lassen sich in den Zellen unseres Körpers sogenannte Biomarker lokalisieren, mit deren Hilfe kranke Zellen von gesunden zweifelsfrei unterschieden werden und über den Fortschritt einer Krankheit Auskunft geben. Ab einem Bereich von unter 50 Nanometern (ein Nanometer verhält sich zu einem Meter wie eine Haselnuss zum Erdball) gelten die klassischen physikalischen Gesetze nicht mehr und die Gesetze der Quantenphysik greifen. Das ist die Grundlage für die Entwicklung völlig neuer Werkstoffe, wie der Anwendungsfall von schmutzabweisender Kleidung beweist. Vorbilder für diese Errungenschaften findet man häufig in der Natur, zum Beispiel in den wasserabweisenden Eigenschaften der Lotosblüte.

Etablierung eines Forschungsnetzwerks

Warum beschäftigen wir uns in der denk:fabrik ma design mit Nanotechnologie? Die Antwort ist in unserer Maxime zu finden: „Wenn nicht mehr geht, was immer ging“. Unser Fokus liegt auf zukünftigen Bedürfnissen, Trends und Entwicklungen, um für unsere Kunden Vorsprung im Wettbewerb zu ermöglichen und auszubauen. Es ist unser Bestreben, die entsprechenden Schlüsseltechnologien zu identifizieren und ihr Potenzial zu bewerten.

Das bedeutet nicht, dass wir nun in weiße Kittel steigen und wissenschaftliche Versuchsreihen durchführen. Stattdessen treten wir in den intensiven Dialog mit Instituten und Forschungseinrichtungen, die Materialforschung im Bereich der Nanotechnologie betreiben.

Die Norddeutsche Initiative Nanotechnologie Schleswig Holstein (NINa SH e.V.) fördert die Wissenschaft auf dem Gebiet der Nanotechnologie und führt Forschung und Wirtschaft zusammen. ma design ist seit Dezember 2016 Mitglied. Wir besuchen die regelmäßigen Veranstaltungen der NINa zu unterschiedlichen Fach- und Themenfeldern und leiten daraus neue Erkenntnisse für kommende Projekte ab. Angefangen bei Nano Surface & Interface Science in der Medizintechnik bis hin zu funktionalen Oberflächen für saubere Ozeane. Mit dem Unternehmen FUMT R&D haben wir zudem aus dem Umfeld der Technischen Fakultät der CAU Kiel einen kompetenten Partner im Bereich der Materialentwicklung gefunden. Über FUMT R&D besteht die Möglichkeit, bereits patentrechtlich geschützte Materialen zu erschließen und im Bedarfsfall anzupassen. Notwendige Untersuchungen können durch die optimale Anbindung an die wissenschaftliche Infrastruktur realisiert werden.

 

Materialforschung

Kontakte in die Forschung knüpfen: FUMT R&D brachte beim Kickoff-Termin konkrete Forschungsergebnisse mit.

Unser Ziel ist es, Kontakte zu knüpfen und einen kontinuierlichen Austausch mit verschiedenen Akteuren zu etablieren. Wir ermöglichen Forschungstreibenden den Zugang zum Markt und können im Gegenzug Projekte im individuellen Bedarfsfall mit innovativen Forschungsaspekten befruchten.

Aufbau einer Wissensdatenbank

Häufig wird zu einem späteren Zeitpunkt oder in einem neuen Projekt erkannt, dass bestimmte Erkenntnisse übertragen werden können und sich so völlig neue Mehrwerte ergeben. Welch große Rolle der Zufall in der Forschung spielen kann, zeigt das Beispiel Teflon: Nach der beiläufigen Entdeckung dieses Werkstoffes vergingen rund 50 Jahre, bis man seine hervorragende Eigenschaft als Beschichtungsmaterial für Küchengeräte entdeckte. Ein Zeitraum, der mit einer entsprechenden Datenbank deutlich hätte verkürzt werden können.

Um unser erworbenes Wissen effektiv im Sinne unserer Kunden nutzen zu können, haben wir uns für den Aufbau einer eigenen, internen Wissensplattform für Forschungs- und Produktionsansätze entschieden. Über ein digitales Recherchesystem können wir schnell von den Informationen profitieren, einen Transfer auf konkrete Projekte realisieren und echte Innovationen möglich machen.

Um es mit den Worten eines Schweizer Publizisten und Politologen zu sagen:

„Forschung ist gefährlich:
man könnte etwas Neues entdecken!“

Dr. rer. pol. Gerhard Koche

Autoren:
Jörn Lüthe und Friedemann Pahner


NINa

Ziel der Norddeutschen Initiative Nanotechnologie Schleswig-Holstein e.V., kurz NINa SH e.V., ist die Förderung von Wissenschaft und Forschung, insbesondere auf dem Gebiet der Nanotechnologie und angrenzender Technologiebereiche in Schleswig-Holstein durch Vernetzung der Akteure in Schleswig-Holstein mit den Akteuren aus allen nördlichen Bundesländern und den Ostseeanrainerstaaten.


Über FUMT R&D

FUMT steht für das Entwickeln von Lösungen durch innovative Materialien und Methoden. Der langjährige Austausch und die intensive Zusammenarbeit mit der Technischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität Kiel (CAU) erlaubt den Zugriff auf aktuelle Forschungsergebnisse. Mittels gemeinsamer Projektierung mit dem Kunden können zielgerichtet und zeiteffizient Innovationen eingebracht, Know-how vermittelt und Wettbewerbsvorteile für den Kunden geschaffen werden. Die FUMT R&D wird sich im Februar 2017 zur Phi-Stone AG umwandeln, um für zukünftige Herausforderungen noch besser gerüstet zu sein.