SMART FARMING

In welcher Branche der deutschen Wirtschaft ist die Arbeitsproduktivität in den vergangenen fünf Jahren am stärksten gestiegen? Und welche Branche verzeichnet mit rund 465.000 Euro den höchsten Kapitaleinsatz pro Arbeitsplatz? In beiden Fällen lautet die überraschende Antwort: Die Landwirtschaft, die in den vergangenen Jahren „High Tech“ geworden ist. Das liegt zum einen an dem Einsatz von Maschinen, die immer größer, leistungsfähiger und teurer werden, zum anderen an der fortschreitenden Digitalisierung der landwirtschaftlichen Produktionsprozesse, die ebenfalls hohe Investitionen erfordert.

Kühe checken zum Melken ein

Ein Melkroboter kostet beispielsweise ohne Extras rund 100.000 Euro – eine hohe Investition, die dabei hilft, die Produktionskosten nachhaltig zu senken. Die Kühe tragen einen Sensor um den Hals, der dem Melkroboter meldet, ob eine Kuh schon gemolken wurde. Wenn ja, wird sie nicht zu den Trögen mit dem Kraftfutter durchgelassen. Wenn nein, erhält sie Zugang. Während sie frisst, erkennen Laser die Position von Euter und Zitzen und führen den Melkarm des Roboters an die richtige Position. Nach dem Melken wird das Euter mit einem Pflegemittel eingesprüht.

Melkdauer und Milchmenge je Zitze werden erfasst und über eine Cloud an das Smartphone des Landwirts übermittelt. Die Analyse der Daten und der Bewegungsprofile jedes Tieres hilft nicht nur, den Melkrhythmus und die erzielten Mengen zu optimieren, sondern auch frühzeitig Krankheiten und Brunftzeiten zu erkennen. Der äußerst willkommene Nebeneffekt: Der Landwirt muss nicht mehr jeden Morgen um fünf Uhr zum Melken im Stall sein.

Präzisionslandwirtschaft dank Digitalisierung

In der flächenbezogenen Landwirtschaft werden die Vorteile der Digitalisierung noch deutlicher, denn sie ermöglicht die so genannte Präzisionslandwirtschaft. Deren Ziel ist es, im Idealfall die Bodenbearbeitung, die Saatgut- und Düngerverteilung und die Schädlingsbehandlung pro Quadratmeter exakt festzulegen. Dafür ist es erforderlich, die Nutzflächen und ihre topographischen Besonderheiten mit Hilfe von Drohnen und/oder Satellitenbildern möglichst präzise zu erfassen. Im Anschluss werden Sensoren „gepflanzt“, die melden, in welchem Zustand sich Boden und Pflanzen befinden. Führt man die Daten zusammen, erhält man digitale Karten mit Hunderten von Messwerten.

Ein Moselwinzer zeigt, wie man das im kleinen Maßstab nutzen kann. Er hat drei Parzellen seines Weinbaugebiets mit Sensoren bestückt, die kontinuierlich Temperatur, Sonneneinstrahlung, Blattfeuchte und Bodenfeuchte messen. Die Werte werden in einer Cloud gespeichert, auf die der Winzer jederzeit von jedem Ort aus zugreifen kann. So sieht er, wann er wo tätig werden muss, um Laub zurückzuschneiden, Pilzbefall vorzubeugen oder die Reben zu wässern.

Die große Lösung: 365FarmNet

Für unseren Kunden Claas Agrosystems haben wir in größeren Dimensionen gedacht. Das Ergebnis ist eine skalierbare Softwareanwendung, die es ermöglicht, landwirtschaftliche Betriebe aller Größen – vom Bio-Bauern bis zum Agrarkonzern – abzubilden, die Auslastung in Echtzeit zu überprüfen sowie alle Aktivitäten entsprechend zu koordinieren und zu steuern.

Das revolutionäre Konzept basiert auf der Erkenntnis, dass sich Tierzucht, Pflanzenanbau und Fuhrpark auf wesentliche Grundfunktionen reduzieren lassen, die in einem konsistenten Interaktionsmuster abgebildet werden: Eine endliche Lebensdauer, Input durch Futtermittel oder Benzin, Wartung und zum Schluss Ernte, Schlachtung und Verkauf. Mehr dazu lesen Sie in unserem 365FarmNet-Artikel.

Die Software für das digitale Hofmanagement 365FarmNet wurde bei CLAAS in Eigenregie entwickelt und umgesetzt. Landwirte können die Basisversion als Webanwendung kostenlos downloaden: www.365farmnet.com. Mittlerweile unterstützen 27 namhafte Agrar-Partner 365FarmNet mit ihrem Know-how und stellen weitere intelligente Bausteine zur Verfügung. Zu den Partnern gehören Maschinenhersteller, Pflanzenschutz- und Düngerproduzenten, Zuchtunternehmen, Futtermittellieferanten sowie Technikhersteller aus der Tierproduktion.


„Die wachsende Weltbevölkerung und der Verlust an Anbauflächen stellen uns heute vor Herausforderungen, für die wir kreative, nachhaltige Lösungen finden müssen. Gleichzeitig wollen wir die Landwirte dabei unterstützen, ihre zahlreichen Dokumentationspflichten einfacherer und sicherer zu erfüllen.“

Maximilian von Löbbecke, Geschäftsführer von 365FarmNet


Die Digitalisierung eröffnet der Landwirtschaft vollkommen neue Perspektiven. Smart Farming ist die Zukunft.

Herzliche Grüße
Ihr Michael Arpe