VERLäNGERN SIE IHRE WERTSCHöPFUNGSKETTE

Auf der diesjährigen Hannover Messe ist eines sehr deutlich geworden: Auch im Maschinen- und Anlagenbau verschiebt sich die Wertschöpfung unaufhaltsam von Hardware in Richtung Software und Service. Wer immer noch glaubt, mit der Herstellung von Komponenten eine Zukunftschance zu haben, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Er wird bald von Wettbewerbern verdrängt werden, deren Produkte ihren Käufern einen Mehrwert bieten.

IT-Unternehmen waren die ersten, die zusätzlich zur Hardware branchenspezifische Softwarepakete anboten und so von „Kistenschiebern“ zu Lösungsanbietern wurden. Vergleichbares gab es in der Elektrotechnik: Komponentenhersteller boten zunehmend ganze Bauteile an und wurden zu Systemherstellern. Im Zuge der Digitalisierung machen sie jetzt den nächsten Schritt und treten als analoge und digitale Systemanbieter auf. Diese Entwicklung vollzieht sich jetzt auch im Maschinen- und Anlagenbau.

Aller Anfang ist einfach

Der Einstieg in die digitale Vernetzung erfordert keine großen Investitionen. Wer seine Maschinen und Anlagen „intelligent“ machen möchte, muss sie nicht neu konstruieren. Er kann sie mit applikationsspezifischen Sensoren, Schaltern und Steckern nachrüsten, die die Prozessdaten erfassen, weiterleiten und in einigen Fällen sogar schon selbst auswerten. Auch die Befürchtungen vieler kleiner und mittelständischer Unternehmen, dass sie im Zuge der digitalen Vernetzung die Hoheit über ihre Daten und ihr Know-how verlieren könnten, wurden während der Hannover Messe zerstreut.

Große Unternehmen, deren Angebot von der Automatisierung der gesamten Wertschöpfungskette eines Unternehmens bis zur Cloudanbindung und Datenanalyse reicht, erklärten übereinstimmend, dass sie nur die Infrastruktur für die Datenauswertung liefern. Die Kunden dürfen ihre Daten selbst auswerten. Zu welch innovativen Angeboten und Geschäftsmodellen das führen kann, zeigen die folgenden Beispiele.

Cloud-basierte Betriebsmittelverwaltung

Die Liechtensteiner Hilti Gruppe ist in erster Linie für ihre Bohrhämmer bekannt, die überwiegend in der Bauindustrie eingesetzt werden. Seit kurzem bietet Hilti eine Software an, mit deren Hilfe Bauunternehmen die firmeneigenen Werkzeuge, Materialien und Fahrzeuge eindeutig identifizieren und lokalisieren können. Alle Betriebsmittel werden mit einem spezifischen RFID-Tag sowie einem integrierten Barcode gekennzeichnet. Die Speicherung erfolgt in einer Cloud, so dass alle registrierten Nutzer die Daten jederzeit ortsunabhängig per Computer, Tablet oder Smartphone abrufen können. Wer befindet sich mit welchen Werkzeugen auf welcher Baustelle? Welche Verbrauchsmaterialien müssen nachbestellt werden müssen und bei welchen Werkzeugen stehen Sicherheitsüberprüfungen an?

Fragen wie diese können nun sofort beantwortet werden. Die Disposition wird vereinfacht, der administrative Aufwand auf ein Minimum reduziert und Maschinenausfälle aufgrund versäumter Prüftermine sind nicht mehr zu befürchten. Auch die jährliche Inventuraufnahme wird deutlich schneller, einfacher und genauer.

Predictive Maintenance

Der Triebwerkshersteller Rolls-Royce hat sein Geschäftsmodell völlig umgestellt und verkauft keine Turbinen mehr sondern Flugstunden. Im Auftrag seiner Kunden sammelt das Unternehmen während des Fluges Terrabytes von Triebwerksdaten und wertet sie rund um die Uhr in eigenen Servicezentren aus. Das permanente „Engine Health Monitoring“ erlaubt es, Anomalien und Ausreißer frühzeitig zu erkennen und eventuell benötigte Ersatzteile zum Flughafen zu schicken, bevor das Flugzeug überhaupt gelandet ist. Von dem Ergebnis profitieren sowohl die Airlines als auch Rolls-Royce: Kurze Stillstandszeiten, optimierte Wartung, mehr Flugstunden. Rolls-Royce nutzt dabei das Wissen und die Erfahrung, die nur ein Hersteller haben kann.

Diese detaillierte Kenntnis über Maschinen, Anlagen und ihr Zusammenspiel in Prozessketten führt auch dazu, dass deutsche Unternehmen ihre Angst vor den großen amerikanischen Internetunternehmen verlieren. Google, Microsoft, Cisco und Amazon können Prozessdaten zwar mathematisch analysieren und statistisch aufbereiten, aber sie können die Ergebnisse nicht interpretieren, weil ihnen die technische Fertigungskompetenz fehlt.

Taten statt Warten

Fassen wir zusammen: Bestehende Maschinen und Anlagen können mit einfachen Mitteln nachgerüstet werden und liefern wertvolle Prozessdaten. Unternehmen, die die Infrastruktur für die Übermittlung der Daten bereitstellen, verzichten auf deren Auswertung. Und den Internet-Giganten fehlt das erforderliche Fertigungswissen.

Es gibt also keinen Grund mehr zu warten. Wir helfen Ihnen gern bei der Entwicklung und dem Aufbau neuer Dienstleistungs- und Geschäftsmodelle.

Herzliche Grüße
Ihr Michael Arpe