GEMEINSAM

Sebastian Thrun, der Googles Denkfabrik „Moonshot X“ gründete und heute als Professor für KI an der Stanford University forscht und lehrt, hat eine bemerkenswerte These aufgestellt.

Seiner Meinung nach sind 99 Prozent der interessanten Dinge noch nicht erfunden worden. Anfang 2018 erklärte er in einem Interview, dass in den letzten fünf Jahren mehr Sachen erfunden wurden als in den zwanzig Jahren davor. Dieser Prozess werde sich beschleunigen und in den nächsten fünf bis zehn Jahren werden wir Dinge erfinden, die völlig undenkbar gewesen sind.

Undenkbar erscheint auch, dass diese Erfindungen von „Einzelkämpfern“ gemacht werden. Selbst Bill Gates und Steve Jobs haben nicht allein gearbeitet, sondern hatten in Paul Allen und Steve Wozniak kongeniale Partner; Larry Page und Sergej Brin führen Google immer noch gemeinsam.

Die Herausforderung besteht jedoch nicht darin, eine Idee für ein Produkt, eine Dienstleistung oder ein Geschäftsmodell zu entwickeln, sondern diese Idee auch umzusetzen. Sebastian Thrun beschäftigt sich u.a. mit der Frage, wie KI zur Erkennung von Hautkrebs genutzt werden kann. Zusammen mit Dermatologen der Stanford University hat er ein neuronales Netzwerk mit 130.000 Bildern von 2.000 Hautkrankheiten daraufhin trainiert, bösartige von gutartigen Veränderungen zu unterscheiden. Doch das ist nur der erste Schritt. Thruns Ziel ist es, ein „Gerät“ zur Früherkennung zu entwickeln, das in jedem Haushalt genutzt werden kann. Allein auf sich gestellt kann er das nicht erreichen. Er braucht dafür ein Team von Spezialisten unterschiedlicher Disziplinen, die eng zusammenarbeiten.

Austausch statt Herrschaftswissen

Das erfordert eine besondere – und für viele auch neue – Qualität des Umgangs miteinander. Undenkbare Dinge können wir nur erfinden, wenn wir uns öffnen, unser Know how mit anderen teilen, gemeinsam nach Lösungen suchen, bereit sind, Neues zu lernen und keine Angst mehr haben, Fehler zu machen.

Gerade beim Austausch von Wissen können wir von den Unternehmen im Silicon Valley lernen. Der Sozialwissenschaftler Andreas Boes sagt, dass man in Kalifornien ganz offen mit Innovationsgeheimnissen umgehe. Dort herrsche die Überzeugung, dass man interessante Informationen nur bekommt, wenn man selbst welche preisgibt. Dazu passt, dass es im Englischen kein Wort für Herrschaftswissen gibt.

Alles auf Anfang

Für gute Ideen und Lösungsvorschläge gibt es keine Altersgrenze. Im Gegenteil: Die digitale Transformation der Wirtschaft bietet jungen und langjährigen Mitarbeitern die Chance für einen konstruktiven Neuanfang. Alle, die bereit sind, zuzuhören, voneinander zu lernen und ihre spezifischen Fähigkeiten und Erfahrungen einzubringen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen, werden profitieren.

Innovation ist nicht nur neu, jung, hip und modern. Innovation ist auch Alter, Erfahrung und Wissen.

Wolf Lotter

Bei ma design ist es jedem Teammitglied möglich, mit guten Ideen und Kompetenz Verantwortung zu übernehmen – unabhängig von Alter, Geschlecht, Handicap, Hautfarbe, religiöser Weltanschauung, sexueller Orientierung und Identität. Das leben wir bereits seit unserer Firmengründung 1985, also seit 33 Jahren. Aus dieser Grundüberzeugung heraus haben wir die Charta der Vielfalt unterzeichnet und sind Mitglied im Unternehmensprogramm Erfolgsfaktor Familie.

Herzliche Grüße
Ihr Michael Arpe