USER EXPERIENCE

Laut Experten der Internationalen Organisation für Normung ist User Experience schlicht und einfach ein „Prozess zur Entwicklung gebrauchstauglicher interaktiver Systeme“ (ISO 9241-210). Die Usability Professionals Association (UPA) sieht das differenzierter: „UX umfasst alle Aspekte der Interaktion mit einem Produkt, einer Dienstleistung oder einem Unternehmen, die den Gesamteindruck eines Nutzers prägen.“

Welch emotionale Wirkung ein Nutzererlebnis haben sollte, kann man kaum besser beschreiben als die UX-Designerin Sarah Doody in einem Artikel: „So wie Menschen alles um sich herum vergessen, wenn sie ein gutes Buch lesen oder ein großartiges Musikstück hören, so sollte es ihnen auch bei der Beschäftigung mit einem großartigen Produkt gehen.“

Um das zu erreichen, muss man zwei Dinge tun: Tief in die Welt der Nutzer eintauchen und dann die dabei gewonnenen Einsichten und Erkenntnisse als Sprungbrett für neue Ideen nutzen.

Keine Innovation ohne Empathie

Satya Nadella, der Microsoft-CEO, erklärte in einem Interview, warum das „Eintauchen“ so wichtig ist. Innovationen könnten nur dann entstehen, wenn man Bedürfnisse zu Tage fördere, die bislang weder entdeckt noch artikuliert worden seien. Dafür benötige man ein großes Maß an Empathie, die man am Arbeitsplatz aber nicht einfach mit einem Knopfdruck einschalten könne. Empathie entstehe aus Lebenserfahrung, Leidenschaft, Verständnis für die Nutzer und unterschiedliche Use Cases.

Wer nicht bis zum Kern eines Problems vordringt und nur an der Oberfläche kratzt, wird keine Lösungen entwickeln können, die die Nutzer begeistern. Jeff Bezos predigt den Amazon-Mitarbeitern deshalb auch keine Kundenfreundlichkeit, sondern „Kundenbesessenheit“.

Es ist nicht die Aufgabe der Verbraucher zu wissen, was sie wollen.

Steve Jobs

Zusammenhänge schaffen

Bahnbrechende Innovationen können entstehen, wenn man in größeren Zusammenhängen denkt – wenn man sich nicht nur auf die tatsächliche Interaktion konzentriert. Wenn man fragt: Was passiert davor? Und ebenso wichtig: Was passiert danach? Wie geht es weiter?

Zu Beginn unserer Zusammenarbeit mit CLAAS Agrosystems war geplant, ein bestehendes User Interface in seiner Usability weiterzuentwickeln und zu optimieren. Bei intensiven Recherchen und Interviews vor Ort konnten wir ermitteln, was die Menschen in der Landwirtschaft antreibt, bewegt und wie ihnen der Arbeitsalltag erleichtert werden kann.

Dieses detaillierte Anforderungsprofil war das ideale Sprungbrett für ein neues und zukunftweisendes Projekt: die Entwicklung einer ganzheitlichen Softwarelösung, mit der landwirtschaftliche Betriebe aller Größen abgebildet und gesteuert werden können.

Interdisziplinäre Teams statt Einzelkämpfer

Das weltweite Wissen wächst von Tag zu Tag. Mit dem Ergebnis, dass wir immer mehr über immer weniger wissen. Begeisternde Nutzerlebnisse können wir deshalb nur entwickeln, wenn wir für jede Aufgabe Spezialisten unterschiedlicher Disziplinen zusammenbringen, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen miteinander teilen.

Dann ist es auch möglich, die Lösungen in Marken-, Portfolio- und Dienstleistungswelten einzuordnen und im Hinblick auf Markt- und Technologietrends erfolgreich strategisch zu positionieren.

Herzliche Grüße
Ihr Michael Arpe