DIE WERTSCHöPFUNG DER ZUKUNFT FINDET IN NETZWERKEN STATT.

Was manche vielleicht schon vergessen oder verdrängt haben: Die digitale Transformation der Wirtschaft wird weltweit als vierte industrielle Revolution gesehen. Und Revolutionen haben es an sich, dass dabei kein Stein auf dem anderen bleibt. Wer meint, es reiche, das Internet als zusätzlichen Vertriebskanal zu nutzen und seine Produkte mit Sensoren auszustatten, wird bald Geschichte sein.

Das Besondere an dieser Revolution ist, dass sie nicht mit einem „Big Bang“ erfolgt. Sie entfaltet ihre Kraft in einem Veränderungsprozess, der unaufhaltsam ist und keine Rücksicht nimmt. Branchengrenzen und Strukturen, die jahrelang selbstverständlich waren, beginnen sich aufzulösen. In vielen Unternehmen erfolgt die Wertschöpfung nicht mehr entlang der klassischen Prozesskette – Produktentwicklung, Einkauf, Fertigung, Marketing, Vertrieb und Logistik. Stattdessen kooperieren sie mit anderen Unternehmen in Netzwerken, in die jeder Partner seine spezifischen Fähigkeiten einbringt. Je besser sich die einzelnen Kernkompetenzen ergänzen, desto attraktiver wird das Angebot.

Überwinden Sie Branchengrenzen

Die Großen machen vor, wie es geht: Der Mobilfunkanbieter Telefonica mit seinen Marken O2, E-Plus und Base kooperiert nicht nur mit ALDI (ALDI-Talk), sondern entwickelt gemeinsam mit Media-Saturn exklusive Tarifangebote für deren Kunden. IBM und der deutsche Sensor- und Steuerungstechnikhersteller Diehl in Nürnberg wollen eine gemeinsame Cloud-Plattform anbieten, die den Herstellern von Haushaltsgeräten eine Ferndiagnose und Fernwartung ihrer Geräte ermöglichen soll. Auch Cisco, Bosch und ABB haben das „Smart Home“ als Wachstumsmarkt entdeckt und entwickeln gemeinsam entsprechende Angebote.

Das englische Wirtschaftsmagazin „Economist“ schrieb kürzlich dazu:

„In vielen Fällen werden die erfolgreichen Unternehmen nicht mehr die sein, die die besten Produkte herstellen, sondern diejenigen, die die besten Daten sammeln, zusammenführen und daraus die besten digitalen Angebote entwickeln. Und die erfolgreichsten dürften die werden, die eine Plattform kontrollieren, auf der andere Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen anbieten.“

Setzen Sie mit Plattformangeboten neue Maßstäbe

Der Werkzeugmaschinenhersteller Trumpf hat im Oktober eine digitale Geschäftsplattform für Fertigungsunternehmen vorgestellt. Die offene, herstellerunabhängige Plattform „Axoom“ bietet Nutzern die Möglichkeit, ihre Prozesse in einem einzigen System selbst zu organisieren – von der Auftrags- und Ressourcenverwaltung bis zum Reporting. Die Plattform verbindet Maschinen und Arbeitsplätze, damit Lagerbestände, Produktionsdaten und Kennzahlen transparent werden.

Im September hat der Stahlhändler Klöckner zusammen mit dem Online-Fachhändler Contorion eine Plattform für Handwerker und Privatkunden eröffnet, auf der mehr als 900 Produkte passgenau bestellt werden können.

Bosch Software Innovations, das Systemhaus der Bosch-Gruppe, kooperiert mit dem Datenbankspezialisten MongoDB. Ihr Ziel: Eine Plattform, auf der skalierbare Anwendungen für das „Internet der Dinge“ entwickelt werden können – von Telematiklösungen über smarte Werkzeuge bis hin zu Mikrosensoren.

Wem gehören die Daten?

Ein Hindernis auf dem Weg zur digitalen Vernetzung ist die Frage, wer die erzeugten Daten sehen und nutzen darf. Viele Unternehmen scheuen noch davor zurück, anderen Einblick in ihre Preis- und Produktdaten zu gewähren. Diese Hürde kann nur dann überwunden werden, wenn die Zusammenarbeit für jeden der Beteiligten von Vorteil ist. Suchen Sie sich Partner, denen Sie vertrauen und mit denen Sie überzeugende und umfassende Kundenlösungen entwickeln können.

Herzlichst
Ihr Michael Arpe